Inge Clemens präsentierte Werke im Alten Rathaus

Zur Ausstellungseröffnung kamen mehr als 60 Freunde und Familienmitglieder der Künstlerin Inge Clemens. Auch ihre Aktstudien stießen auf großes Interesse.
Von Larissa Rehbock
29.01.2015, 16:30 Uhr

Seit Mittwoch präsentiert Inge Clemens im Rahmen der Ausstellung „Parallel 27“ die Werke ihrer zweijährigen Arbeit. Bis zum 1. März haben Interessierte die Möglichkeit, die Ausstellung in Neuenhaus zu besuchen.

Neuenhaus. Ein blauer Ton zieht sich derzeit durch fast alle Bilder in den kleinen Räumen des Alten Rathauses in Neuenhaus – denn blau ist die Lieblingsfarbe der Künstlerin Inge Clemens. Seit dieser Woche präsentiert die Uelsenerin die Werke ihrer zweijährigen Arbeit im Rahmen der Ausstellung „Parallel 27“ des Kunstvereins Grafschaft Bentheim. Mehr als 60 Gäste, darunter viele Freunde und Familienmitglieder, kamen am Mittwochabend zur Ausstellungseröffnung.

Die künstlerischen Arbeiten von Inge Clemens sind vielfältig und individuell gestaltet. Bei einer Bilderreihe zum Thema Wasser ließ sich die ehemalige Schwimmerin von dem Element inspirieren. Die Künstlerin Anke Baumeister hob in ihren einführenden Worten die kräftigen blauen Farben hervor: „Viel blauer, als Wasser wirklich ist.“ Doch genau so kräftig und farbig erfahre der Mensch dieses Element gefühlsmäßig. „Es ist das Kalte und Starke, dem wir uns aussetzen, wenn wir hineinspringen und schwimmen“, betonte die langjährige Freundin von Inge Clemens.

Einflüsse aus dem Atelier Sägemühle

Eine Mischung aus Acrylfarben, Pastelltönen und Kreidestrichen zieht sich ebenfalls durch die weiteren Werke der 70-jährigen Künstlerin. Beeinflusst vom Atelier Sägemühle – seit 1980 ist sie bereits Mitglied – entwarf sie ein Bild einer Tänzerin, das aus einer Bewegungsstudie entstanden ist. Hier wirkt das Blau beschränkt. „Das hat sich so ergeben. Das rote Kleid ist sehr satt und drängt den blauen Hintergrund zurück“, erklärte Inge Clemens.

Inspirierend wirkten für Clemens nach eigenen Worten auch die Aktmalstudien im Atelier. „Der Künstler lernt dabei, sein Auge zu schulen. Das Zeichnen gab Inge den Antrieb, ihre eigenen Fähigkeiten noch mehr zu verbessern“, sagte Baumeister. Vier dieser Werke sind auch in der Ausstellung zu sehen, für die Clemens lobende Worte von Anke Baumeister erhielt: „Die Kunst des Weglassens beherrscht Inge Clemens sehr gut, denn sie weiß, den Körper in wenigen Linien zu definieren.

Farben enthalten verschiedene Töne

Außer auf Leinwänden malt und zeichnet die gebürtige Dresdnerin auch oft auf Filzpappe, welche die Bilder plastischer erscheinen lassen. In einer weiteren Serie nimmt Inge Clemens diese Räumlichkeit auch in ihren Motiven auf. „Inge Clemens erfasst mit ihren Bildern die Atmosphäre der Vergänglichkeit und Verlassenheit“, sagte Baumeister und deutete auf zwei großformatige Bilder, die das ehemalige Rawe-Gebäude in Nordhorn von innen zeigen. Die Vorlagen hier waren Fotos, die die Künstlerin auf einer Entdeckungsreise durch die verfallenen Räume machte. Die Farben sind gedämpft und enthalten verschiedene Töne. „Ich übermale meine Werke immer wieder, bis ich irgendwann ein Ergebnis habe, das meinen Vorstellungen entspricht“, erläuterte Clemens.

Neben Malereien und Zeichnungen schlägt das Herz der studierten Grafik-Designerin für visuelle Gestaltung. So sind auch Einladungskarten in ihrer Sammlung zu sehen.

Ausstellung bis zum 1. März

Wer sich ein eigenes Bild von den Arbeiten von Inge Clemens machen will, kann die Ausstellung noch bis zum 1. März besuchen. Das Alte Rathaus ist sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Parallel zu Inge Clemens‘ Ausstellung eröffnet der Kunstverein am Sonntag, 15. Februar eine Ausstellung mit Werken von Lienhard von Monkiewitsch. Am 1. und 22. Februar sowie am 1. März gehen ebenfalls die Sonntagsmatineen im Alten Rathaus weiter.
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